Public Pad

Performance
mit Lilli Wimmer, Sebastian Peper, Nuray Demir, Nikola Hartl, Alice Peragine, Olivier Hannoun, Dominik Mayer, Aleksandra Despotovic

18. Mai 2011, 4 Stunden
FRISE e.V. in Hamburg

Der Ausstellungsraum wurde zum Laboratorium. Die Ausstellung selbst zum Experiment: An vier Laptops mit jeweiliger Großbildprojektion wurde über ein Public Pad (Textdokument im Internet) kommuniziert. Die Intention war ein Gespräch über Internetdynamiken, virtuelle Kunst und Kunst im virtuellen Raum, neue Bildsprachen und Bildwelten zu führen. Die Ausstellung nicht als solche, sondern vielmehr als Labor betrachtend, wurden die Besucher eingeladen, aktive Teilnehmer am Gespräch (und somit am Abend) zu werden. Der geschriebene Text im Public Pad konnte mitverfolgt werden. Darüber hinaus stand aber auch die Möglichkeit im Raum, selbst ein Mitschreibender zu werden – an den vorhandenen Computern oder über einen eigens mitgebrachten, und sogar am Computer zu Hause durch Eingabe der URL.

Entlang des Schreibprozesses wurden die Gesprächsanteile Stück für Stück ausgedruckt. Das Gespräch und dessen Inhalt wurden mit einem Male haptisch und in ihrer Materialität mitnehmbar. Als Souvenir und Stück des Abends stellten sie sich in ihrer Funktion als Beweis selbst infrage.

Oft wurde beschrieben, was gerade wie im Raum passiert; wer eintritt und was spricht; wer wie auf das Geschriebene Bezug nimmt oder sich davon beeinflussen lässt. Würde sich das Publikum in Anbetracht seiner simultanen Dokumentation anders verhalten, vielleicht bildlicher verhalten? Wäre die Dokumentation des Verhaltens einer Person ein Einfluss, der das Verhalten lediglich beschreibt oder es ganz neu erzeugt – es wohlmöglich sogar verfälscht? Und schließlich: Lässt sich die Trennung zwischen virtuellem Raum und haptischen Raum überhaupt noch aufrechterhalten? Die Ortsunbezogenheit des Internets verlegt eine neue topografische Landkarte. Die geografische Bündelung in den FRISE-Räumen wurde aufgelöst und im virtuellen Raum vielfach aufgefächert.

Das Textdokument ist mit Zeitstrahl immer noch online:


Public Pad

performance

with Lilli Wimmer, Sebastian Peper, Nuray Demir, Nikola Hartl, Alice Peragine, Olivier Hannoun, Dominik Mayer, Aleksandra Despotovic

May18th, 2011, 4 hours
FRISE e.V. in Hamburg

The exhibition space turned into a laboratory. The exhibition itself turned into an experiment: The intention and goal was a talk about internet dynamics, virtual art and art in virtual contexts, new pictorial languages and worlds. The exhibition itself was regarded as a laboratory in which the visitors were invited to become active participants. The text written in an EtherPad (a live text document in the internet) could be followed via four laptops with big screen projections attached. Furthermore, it was possible to start writing oneself - at the computers, at one´s own or at home in the internet.
The evening, the performance and the visitor became existent only through their participation, reading or writing.
Along the writing process, pieces of the conversation were printed. All of a sudden, the words became haptic and available due to its materiality. They were both souvenir and part of the evening.

The conversation soon turned into a description of the event itself. People wrote about what was happening, who was entering and who was saying what. Others were reacting to the writing or trying not to be influenced. It was interesting to see, whether the instant documentation would only describe or rather create the visitors´ behaviour; and whether the visitors would act differently, maybe more "visually". Notably, the question was raised whether there is still a distinction between virtual and real space.

The text document and its timeline are still online: