Das Subjekt gehört nicht zur Welt

work in progress seit / since 2010



Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

Die Logik erfüllt die Welt; die Grenzen der Welt sind auch ihre Grenzen.
Wir können also in der Logik nicht sagen: Das und das gibt es in der Welt, jenes nicht. Das würde nämlich scheinbar voraussetzen, dass wir gewisse Möglichkeiten ausschließen, und dies kann nicht der Fall sein, da sonst die Logik über die Grenzen der Welt hinaus müsste; wenn sie nämlich diese Grenzen auch von der anderen Seite betrachten könnte.
Was wir nicht denken können, das können wir nicht denken;
wir können also auch nicht sagen, was wir nicht denken können.

[...]

Dass die Welt meine Welt ist, das zeigt sich darin, dass die Grenzen der Sprache (der Sprache, die allein ich verstehe) die Grenzen meiner Welt bedeuten.

Ich bin meine Welt.

[...]

Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern es ist eine Grenze der Welt.

aus:
Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus, Absatz 5.6




The limits of my language mean the limits of my world.

Logic pervades the world: the limits of the world are also its limits. So we cannot say in logic, 'The world has this in it, and this, but not that.' For that would appear to presuppose that we were excluding certain possibilities, and this cannot be the case, since it would require that logic should go beyond the limits of the world; for only in that way could it view those limits from the other side as well. We cannot think what we cannot think; so what we cannot think what we cannot say either.

[...]

The world is my world: this is manifest in the fact that the limits of language (of that language which alone I understand) mean the limits of my world.

The world and life are one.

I am my world.

[...]

The subject does not belong to the world: rather, it is a limit of the world.

from: Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus, paragraph 5.6