VERSION 1 - DISKURS'13 - festival for young performing arts, Gießen

Ja, wow, ich - ich freue mich wirklich total, hier zu sein. Und ich freue mich auch, ein paar Worte an Sie richten zu können.
Liebes Publikum, liebes Festival-Team, liebe Künstler und Künstlerinnen, liebe Sponsoren, ich möchte mich - natürlich - ganz herzlich bedanken. Für die Einladung. Für dieses Kompliment. Ich hätte das wirklich nicht gedacht, ja, ich war tatsächlich ein bisschen überrascht. Ich freue mich sehr darüber.

Und ich freue mich auch schon sehr - auf die großartigen Arbeiten und Produktionen in den kommenden Tagen. Und dafür ein großer Dank an die anderen Künstlern und Künstlerinnen. Für mich ist es wirklich eine große Ehre, in diesem Kreis beteiligt zu sein.

Also, vielen Dank. Sehr vielen Dank. An das Festivalteam - für die Einladung. Charlotte, Suse, Thea und Ola! Den zahlreichen Stiftern und Sponsoren - die dieses auf eine andere Art und Weise ermöglicht haben. Vielen Dank auch an die interessierten Zuschauer und Zuschauerinnen, mit denen es hoffentlich spannende Diskussionen geben wird.

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, auch gerne denjenigen zu danken, die mich auf dem künstlerischen Weg bis hierher begleitet haben - und nicht nur begleitet, sondern auch unterstützt haben. Menschen, die mich unterstützt haben. An mich geglaubt haben.

Glaube! Ja. Glauben an Kunst. Das ist sehr wichtig. Ein Glaube an die künstlerische Arbeit. An sich selbst. Immer wieder auch glauben an die Richtigkeit dessen, was man macht
Dieser Glaube ist für mich wie ein Geschenk. Eine Gabe. Der Nährstoff, der die Kunst unterhält. Nur durch diesen Glauben kann Kunst entstehen und wachsen.

Und damit meine ich natürlich auch den Glauben daran, dass Kunst gefördert werden muss.
Kunst- und Kulturförderung ist immer schon eine tragende Säule für künstlerische Produktion und Rezeption gewesen. Künstler und Künstlerinnen, die von einer Unterstützung profitieren, sind in der Lage fortzufahren in ihrer Arbeit, fühlen sich finanziell und diskursiv bestätigt. Es ist schön und auch sehr wichtig, eine Bestätigung zu bekommen. Zu sehen, dass etwas zurückkommt, von dem, was man gibt. Dass die eigene Arbeit wahrgenommen, geehrt und gewissermaßen erwidert wird.
Eine Förderung ermöglicht es dem Künstler, seiner Leidenschaft nachzugehen, ohne die ganze Zeit an die Finanzierung zu denken. Er kann das Talent, das mich treibt, frei entfalten - dieser innere Drang zu gestalten, getrieben von einer unvergleichbaren Kompromisslosigkeit, dieser radikale Glauben an das Schöne, das Ästhetische, an das, was das Leben lebenswert macht. Eine Aufopferung für die Kunst, für das Wahre - das Authentische.

Deswegen braucht es eben die Förderung. Man kann die Förderung und Kunst immer nur zusammen denken. Ich würde sogar sagen, ohne Förderung keine Kunst. Erst die Förderung, danach die Kunst. Zuerst der Financier, dann der Künstler. An erster Stelle die Kalkulation und an zweiter Stelle die Kreativität.

Mir kamen dazu letztens ein paar Fragen:
Wie frei bleibt das künstlerische Schaffen in diesem Geben und Nehmen, diesem Austausch, wenn die Kunst dabei gar nicht an erster Stelle steht? Wie abhängig ist die künstlerische Freiheit? Und schließlich: welche künstlerische Freiheit überhaupt?

Als Künstlerin bin ich abhängig, ob ich will oder nicht, von der Bestätigung anderer. Von der finanziellen Bestätigung anderer. Die mir einen Preis verleihen. Oder ein Stipendium. Oder eine Förderung. Aber auf gar keinen Fall ein Gehalt. Der Künstler verdient nicht, er gewinnt nur, wird ausgezeichnet. Das, was er tut, das nennt man auch nicht Arbeit, sondern eine Idee. Ein Angebot. Ein Vorschlag.

Wenn ich in Zukunft als Künstlerin arbeiten werde, geht das nur, wenn ich von meiner Kunst leben kann. Das wiederum ist nur möglich, wenn ich von anderen unterstützt werde. Warum werde ich mich mein ganzes Leben lang als Künstlerin nur dann definieren können, wenn andere die Finanzierung dafür bereit stellen?

Klar, ich spiele hier die Rolle der frustrierten, zynischen Künstlerin. Aber da es ja nur eine Rolle ist, Gott sei Dank.
Eigentlich habe ich aber wirklich keine Lust mehr darauf.
Aber: Geht es hier um Lust? Wen interessiert eigentlich meine Lust? Wen interessiert meine Bereitschaft, immer wieder von vorne anzufangen, und mir jedes Mal wieder den Sinn für das, was ich mache, neu zu generieren. Und auch die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, mit Ja zu beantworten.
Wen interessiert eigentlich meine Bereitschaft neben all der künstlerischen Arbeit, mich die ganze Zeit selbst zu vermarkten, selbst zu managen, selbst zu disziplinieren?

Und dann sagt Gerrit zu mir: Aber hey. Hey! Der Zweifel gehört doch dazu. Ist doch total produktiv, mal nicht zu wissen, was das soll und warum man das macht. Mal ein bisschen Abstand gewinnen und über die eigenen Sachen nachdenken können. Das ist doch bei allen Künstlern so. Das muss so.
Und ich denke mir: wie erkläre ich das meiner Krankenkasse? Oder: warum wird meine Psychotherapie dann nicht von meinen Studiengebühren gezahlt?

Für all das, für all diesen Einsatz möchte ich an dieser Stelle vor allem einer Person danken, ohne die all das nicht möglich wäre, und das bin ich selbst. Ich danke mir selbst, dass ich immer wieder die Kraft-- nein, den Mut für die Kraft aufbringen kann, daran zu glauben. Im Grunde so blöd oder so naiv oder so idealistisch bin, den Mut für die Kraft aufzubringen, daran zu glauben. Und weiterzumachen, als gäbe es kein Prekariat. Keine Selbstausbeutung. Die fehlende gesellschaftliche Anerkennung nicht. Und als ob es mir nichts ausmachen würde, nonstop zu arbeiten, aber nonprofit zu verdienen. Und damit auch noch Vorreiter für eine ganz neues Wirtschaftswunder zu sein.

Na ja, gut, ich meine, manchmal denke ich auch: ist das Leiden und der Frust nicht auch Motor für die Kreativität? Und eigentlich ja auch ein Thema, womit ich mich gerne auseinandersetze. Womit sollte ich mich denn beschäftigen, wenn es allen gut ginge? Was wäre denn dann mein Thema? Farbkontraste und Oberflächenstruktur? Ich meine, ich mache halt kritische Kunst und da trifft es sich ja gut, die Macht und die Unterdrückung von unten her zu erfahren. Die ganze Anstrengung um Anerkennung und Überleben hält mich am Laufen. Und gibt mir Stoff für eine Beschäftigung. Im Grunde profitiere ich also von diesen Erfahrungen.
Vielen, vielen Dank also für diese produktive Auseinandersetzung mit Machtstrukturen.

Aber, eigentlich, NEIN, ich werde mich nicht dafür bedanken. Denn "Danke" zu sagen, ist gar nicht die Währung, in der zurückzahle. Ich zahle noch mehr. Und ich zahle mit etwas ganz anderem. Ich bezahle mit kulturellem Kapital. H U R R A ! Ich verstehe gar nicht, warum ich danken soll. Ist das hier nicht eigentlich nur ein Deal zwischen uns? Ich bin Ihre Verbindung zur Kultur - für die Jahresendbilanz, für das Image, für das nötige bisschen Selbstkritik.
Ich bin Ihre Vorzeige-Kreative, Ihr Agent des Schönen. Ich bin das Schöne. Das Unmögliche. Ich bin Ihre Fantasie. Ich darf das, was Sie nicht dürfen. Ich bin Ihre gelegentliche Ausflucht aus dem System, das Bunte im Kalender, Ihre domestizierte Unkalkulierbarkeit, ein bisschen Verrücktheit, Ihre offizielle Differenz. Ich kann alles sein, was Sie wollen. You just name it.

Das ist das eine. Aber heutezutage bin ich auch noch ihr Vorbild. Der Traum des Kapitalismus - gib alles, erwarte nichts. Ich bin Ausbeutung - mich selbst und andere. Ich bin der neue Lifestyle. Oder Workstyle. Ich bin die Verkörperung neoliberaler Ideologie und, verdammte Scheiße, ich hasse es----

Entschuldigung für das Fluchen.

Ok, ich erzähle Ihnen die Wahrheit. Eigentlich fühle ich mich ziemlich unsicher. Hier aufzutreten. Ich meine, ich meine alles so, wie ich es sage, aber irgendwie ist mir diese Show auch peinlich. Und ich frage mich, was Sie denken. Ich glaube, ich weiß, was Sie denken. Mache ich mich hier als Künstlerin nicht lächerlich? Schade ich mir selbst mit meiner Kritik? Wem nutzt das jetzt? Hätte ja auch in die Wirtschaft gehen können. Oder Lehramt studieren. Es gibt ja Leute, die studieren Lehramt. Hab´s mir ja selber so ausgesucht. Würde ich ja auch gar nicht wollen. Hab ich damals nicht gewollt - so viel Absicherung und Konformität. Also darf ich mich jetzt auch nicht beschweren. Ich muss zusehen, dass man mich noch ernst nimmt. Ich muss hier an mein eigenes business denken. Als Künstlerin bin ich immer Unternehmerin. Ich muss mich verkaufen. Ich bin mein eigenes Produkt. Ich brauche einen Nischen, der mich auszeichnet, diesen besonderen Touch, vor meiner Konkurrenz. Das beste Portfolio, die heraus stechende Personalität - einfach nur ein bisschen schneller als die anderen.

Ich könnte mich jetzt ausziehen, das wirkt immer, aber ich tue es nicht. Ich will, dass Sie sich ausziehen.

Kunstförderung ist absolut zynisch.
Bei all den Förderung werden Abhängigkeiten geschaffen, wissentlich, die die Künstler entmächtigen. Der Künstler verspricht, weiter genial zu bleiben, weiter zu produzieren, weiter zu liefern. Dabei hat er immer den Förderer zu nennen, das Logo auf den Flyer zu drucken, ihm fortwährend zu danken. Und all das als Erinnerung daran, wer ihn fördert, dass er fördert und was passieren würde, wenn diese Förderung auf einmal ausbliebe. Der Künstler steht in der Schuld, sowohl moralisch, als auch ökonomisch.
Daher ist das Geben ein Akt der Gewalt. Der Künstler erleidet Scham, Erniedrigung, Selbstentfremdung.

Ganz persönlich gesprochen kann und will ich das absolut nicht unterstützen. Ich glaube nicht, dass solch ein Fördersystem den Künstlern wirklich hilft, sondern Hierarchien und Abhängigkeiten aufrecht erhält und die Künstler zurück lässt in Widersprüchen und Korruption. ABER ich traue mich natürlich nicht das auszusprechen, weil die Liberalisierung von Kunst und Kultur schon so weit gegangen ist, genau das gleiche zu formulieren. Förderungen schaden der Künstlerin. Ist sie vielleicht nicht gut genug, um sich durchzusetzen? Ist ihre Kunst nicht interessant genug um herauszustechen? Sie hat doch alles: nicht nur das Durchhaltevermögen und diesen Ehrgeiz, sondern auch die Fähigkeit mit unerwarteten Situation umzugehen und mit nur ganz wenig auszukommen. Sie ist sehr gut organisiert und trotzdem kreativ. Sie ist kooperativ und trotzdem individualistisch. Sie identifiziert sich mit ihrer Arbeit und würde alles dafür aufopfern. Ich bin ehrgeizig. Und ich will Kunst machen. Ich glaube, dass sich dieser ganze Stress lohnt. Ich brauche ja gar nicht viel. Ich arbeite gerne kollektiv, aber bei meiner Kunst gehe ich keine Kompromisse ein. Ich weiß, was ich will: ich will als Künstlerin arbeiten. Ich will eine Rolle spielen. Ich will gesehen werden. Ich will etwas verändern. Auch wenn das sehr lange dauern kann. Nur 5 Prozent aller Kunsthochschulabsolventen können von ihrer Kunst überhaupt leben. Und eigentlich bin ich jetzt an dem Punkt angekommen nicht mehr zu wissen, ob ich das noch aushalte. Vielleicht bin ich nicht stark genug. Vielleicht muss ich es wahrhaben, dass Kunstproduktion einfach nicht mein Ding ist. Ich halte diese Widersprüche und Konflikte nicht mehr aus und vielleicht brauche ich doch ein bisschen mehr Sicherheit, als ich mir eingestehen will. Ich glaube, dass es jetzt noch früh genug ist um aufzuhören.

Also, ich freue mich wirklich total, hier zu sein. Und ich möchte mich - natürlich - ganz herzlich bedanken. Für die Einladung. Für dieses Kompliment. Ich hätte das wirklich nicht gedacht, ja, ich war tatsächlich ein bisschen überrascht. Aber jetzt denke ich: Wofür bedanke ich mich eigentlich? Das, was Sie hier "Gabe" nennen, ist nur ein Kostüm. Eigentlich geht es um einen ganz klaren Tausch. Solange wir uns abwechselnd etwas zurückzahlen, handelt es sich um reine Kalkulation, bzw. um eine Investition. Ich bin Ihr return-of-investment. Die Gabe ist gar keine Gabe, solange Sie sich nicht verausgaben. Wer in der Lage ist zu geben, macht sich selbst schuldig. Er hat jemanden in die Abhängigkeit gestoßen und profitiert auch noch davon. Durch seine Förderung verpflichtet der Förderer sich, den Beschenkten weiterzubeschenken und weiter zu versorgen. Er muss seine Position als Geber anerkennen.
Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle für die Förderung hier nicht bedanken. Sondern ich fordere die nächste!



VERSION 2 - exhibition LA SERRE at mfc2 by LA VILLE RAYÉE, Galerie MCF michèle didier, Paris

Hello, yes, good evening. My name is Franziska Kabisch and I am from Hamburg. I am very happy to be here tonight. And I am looking forward to deliver some words to you now. Dear audience, artists, gallery team,
in early September I received an email by Loup Sarion who invited me to take part in this exhibition. I was really happy and grateful that he thought of me. And I would like to thank you for that. For the invitation. For the compliment. I would really not have thought or expected to be invited to this exhibition. I am very happy about it.

I am really looking forward to the exhibition and the great performances that will take place during the next weeks. And therefore a big Thank You to the other participating artists. I feel honoured to show my work next to yours.

So, thank you very much. Loup, Adrien, Gabriel for inviting me.
Thanks to gallery for inviting them and being such a great support.
Thanks to you all for coming tonight and making this actually happen.

I would also like to use this opportunity to thank a few other people - I would like to thank all those you have accompanied me on my artistic path to this point - and not only accompanied, but who have supported me. Who have believed in me.

Because, belief, yes, belief in art. That´s very important. A belief in artistic work. In oneself. A belief in the rightness of what we are doing. For me, this belief is like a present. A tremendous gift. In some way the belief is like the nutrition for art. Thanks to this belief only, art can come to existence and can grow.

And with that I also mean the belief and the conviction that art has to be supported financially. Art sponsoring has always played a major role for artistic production and reception. Artists who profit from a support are able to continue their work. They feel appreciated, financially and in the discourse.
And that is so important: to feel appreciated. And to see that something comes back of what one is giving. To see that the own work is being received, honoured and also returned in a certain way.

With a sponsoring the artist can follow his passion without having to think of the money the whole time. He can live this talent which is haunting him - this inner need to create, always driven by an incomparable rejection of compromises, a radical belief in the beautiful, the aesthetic, that what makes life worth living - art, the truth, the authentic.

And that´s why it absolutely needs this sponsoring. You cannot think art or sponsoring without the other. I would even say, without sponsoring, no art. First the sponsoring, then the art. Beginning with the sponsor, following with the artist. First comes the calculation and secondly the creativity.

That leads me to a few questions I have been thinking about recently:
In this act of giving and taking, the ongoing exchange, how free does art remain if it does not come in the first place? How dependent is the artistic freedom? And finally: what artistic freedom actually?

As an artist I am dependent - I if like it or not - on being confirmed by others. On being financially confirmed by others. Who award me with a prize. Or a scholarship. Or a funding. But never a salary. The artist does not earn, he only wins. And what he is doing, isn´t called work, but a proposal. An offer. An idea.

If I want to continue to work as an artist, it is only possible if I can make a living from my art. And that, on the other hand, is only possible if I will be supported by others.
So why is it only possible to define myself as artist if others provide the financial means for it?

So yeah, sure, this is the frustrated, cynical artist who is really sick of it all. It is not necessarily my opinion. I mean, I was just acting. -- thank God.

But I am actually really sick of it. I don´t wanna do it anymore.
But: are we talking about wanting? Who cares about what I want?
Who cares about my willingness to always begin anew, to recreate again and again the importance and the reason for what I do.
Who cares about my willingness - next to all the artistic work - to promote myself, to manage myself, discipline myself, to offer myself, sell myself?

And then Gerrit who I have talked to about this, says to me: But hey. Yeah. Look. This doubt and this insecurity, that´s part of it. Isn´t it totally productive sometimes not to know what you are doing this and what for and why? To gain some distance to your works, to be able to reflect on them? I don´t know any artist that does not doubt. It really affects all the artists. It has to.
And then I don´t know what to say because I think: How do I explain that to my health insurance? And why then to my student fees not include the payment for my psycho therapy?

For all that, tonight, I would like to say thank you above all and foremost to one person without who all of this would not be possible and without who I would certainly not be here tonight. And this person - that´s myself. I thank myself - no, I mean, really, I thank myself for always being there for me, for always believing in all this - for always coming up with the courage to believe in all this. That I am so stupid or so naïve or so idealistic to always come up with the courage to believe in all this. And to continue as if there were no precariousness. No self-exploitation. Not this low opinion of society. And as if I would not care about working non-stop, but earning non-profit.

But then, on the other hand, of course, sometimes I also think: are the suffering and the frustration not like a motor for creativity? Actually, it is a topic that I like to work on. What would be my theme if everybody was happy, including myself?I mean, I am engaged in critical art praxis. I am the more research-based political artist and seen from this perspective, it is very helpful for me to experience power and oppression from below. Basically, I profit from all these experiences, because then I can incorporate them into my art which makes it more realistic and authentic.
So I want to thank for that. Thanks, yeah, thank you for the opportunity of such a productive analysis of power relations.

But, then, NO, I am not going to thank. Because saying "Thank You" is not the currency I pay back with. I pay a lot more. I pay with something else. My currency is called - cultural capital. Hooray. I don't understand why I have to thank? Isn't this actually just a deal between us? I am your connection to culture - for your business report, for the image, for the little bit of self-criticism. I am your social prestige. I am your show-off-creative, your agent of the beautiful, no, I AM the beautiful, the impossible. I am your fantasy.
I can be everything you want. You just name it.

So that's the one thing.
But nowadays,
I am also your role model. I am the dream of capitalism - give everything, expect nothing. I am exploitation - of myself and others. I am the new Lifestyle. Or Workstyle. I am the incarnation of neoliberal ideology and I fucking hate it -----

Excuse me for the "fucking".
So I want to tell you the truth: Actually, I feel very insecure. Doing this show. I do mean everything I´ve said but it also embarrasses me. And I wonder what you think. I think I know what you think. Don´t I ridicule myself as an artist? Don´t I harm myself with this criticism? Does it do any good? For whom?I could have gone into the economy. Or become an art teacher. There are people that teach art in schools. But I chose differently. I would not have wanted - I didn´t want it then - such security and conformity. So I guess I musn´t complain now. It´s my own fault.
After all, I have to make sure that you still take me serious. I have to think of my business. As an artist, I am always an entrepreneur. I have to sell myself. I am my own product. I need a niche which distinguishes myself from the others, the special touch. The best portfolio, the most outstanding personality - just a little bit faster than all the others.

I could undress myself now, that always works, but I won´t. I want you to get naked.

Art funding is absolutely cynical.
All these art supports create dependencies, consciously, which disable the artist. He promises to remain ingenious, to continue producing and delivering. And then he belongs to the sponsor, supporter, collector. The artist is deeply indebted, both morally and economically. Giving is actually just an act of violence. Structural violence. The artist suffers shame, humiliation, self-estrangement, fear - just to name a few.

So, personally, I can absolutely not support this. I don´t really think this system of sponsoring helps the artist, but keeps up hierarchies and dependencies and leaves the artists in positions of paradoxes and contradictions. However, I don´t dare saying this because the liberalization of art and culture has already gone so far as to say the exact same. Funding harms the artist. Isn´t she strong enough to make it by herself? Isn´t her art good enough to stand out? She has got everything: not only the endurance and these high ambitions, but also the ability to cope with unexpected situations and to live with very little. She is so well organised and yet creative. She is cooperative and yet individualistic. She identifies with her work and would sacrifice everything for it. I am ambitious. And I do want to make art. I believe that it is worth the struggle. I don´t need much. I like to work in collectives, but I don´t make any compromises when it comes to my art. I know what I want for my future. I want to be able to work as artist. I want my art to play a role. I want it to be heard. I want to matter. Even if that will take a long time. Only 5 percent of art school graduates are able to make it.
And actually, I have come to the point where I don´t know if I can take it anymore. Maybe I am not strong enough for that. Maybe I have to acknowledge that art production is not my thing. I cannot bear all these contradictions and inconsistencies and maybe I do need more security that I want to admit. I think now, for me, it is still early enough to stop.

In early September I received an email by Loup Sarion who invited me to take part in this exhibition. I was really happy and somehow grateful that he thought of me. But now I think: do they expect me to invite them back on the next occasion? Do I have to pay back? Can I even do this? Is our deal done with my performance or am I still indebted? Should I express my gratitude for the invitation, for the prize I win, for the scholarship I receive? Or have all these already been an expression of their power? If so, I would like them to acknowledge their powerful positions. And I will not thank for this invitation, the scholarships and prizes, but just demand the next ones.